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Grêmio SPIELBERICHT - Ligaspiel:
Linie
Grêmio - Ex Huerlimann 3:3

Grêmio: Boris, Chrigl S., Gianni, Marc, Chrigl S., Jonas, Schwäsi, Dominik, Michi, Silly Silly, François

Tore: 0:1 – ein kopfloser Tor; 1:1 – Schwäsi; 1:2 – Forrest Gump; 2:2 – François; 2:3 – der gestiefelte Kater aka Forrest Gump; 3:3 - Jonas

Herausragend: 79 Minuten Friedfertigkeit

11 gegen 9
Schallendes Gelächter feigte mir um die Ohren, als ich nach einem Jahr Pause wieder zum Platz ging. Linienrichter Butch wedelte derart mit der Fahne (die in der Hand), dass alle an Offside glaubten. Ref Karpowski wies seinen Assistenten zurecht, konnte ein freches Grinsen seinerseits auch nicht unterdrücken. Linienrichter Amnesieschlumpf traute seinen Augen kaum: so geht man vergessen, wenn man mal eine kurze Pause einlegt. Zufriedenes Eintrudeln der Grêmiotruppe unter den Bäumen des Platzes elf… Auch wenn die Bayern nicht Fussball spielen können, so haben sie uns etwas voraus: die Biergärten. Wer wollte bei diesen Verhältnissen nicht unter einem Lindenbaum ein Mass stemmen? Zusammengedrängt im Schatten die beiden Teams, zwanzig Irre, im Verhältnis elf zu neune aufgeteilt. Kurz vor dem Anpfiff entschuldigte sich der gegnerische Simon und meinte, gegen neun zu spielen sei für uns ein Mist. „Nix da!“ dachten wir uns, wobei der Überraschungsschlumpf es am treffendsten formulierte: „Diä nämädmär usänand!“ – Schallendes Gelächter bei Grêmio, aber auch bei der Zukunft, da sie es besser wusste.

Bald zeigte sich, dass wir mit ein wenig Übersicht genügend Freiräume haben würden. Wir gaben den Böllen hin und her, spielten in die Spitzen, wobei der hinterste Mann sich nicht selten im Mittelkreis aufhalten konnte. Einzig Forrest Gump zwang uns, auf der Hut zu sein und nicht alles nach vorne zu werfen. Ein, zwei Chancen waren versiebt, als die Ex-Bierbrauer nach einem Konter einen Corner treten durften: Ein herrlicher Kopfball zwischen den Handschuhen von Boris durch bedeutete das 0:1.

Grande cinema egocentrico, parte I: partenogenesi in Bucarest
Noch nie hatte ich es vorher getan. Immer hatten mich die Schmerzen, von denen oft gesprochen wird, davon abgehalten. Ich wusste, dass ich nie zu den grossen gehören würde, ohne es getan zu haben, und dennoch… Aber nun stand er da, hinter mir, ein athletischer, junger Mann, bereit ihn reinzudonnern! Ich haderte mit dem Schicksal, sollte ich es tun, und erst noch ungeschützt? Da nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und hielt hin. Der Ball traf meinen Kopf (und ganz bestimmt nicht umgekehrt!), traf also meinen Kopf, prallte ab, flog weiter, und als ich ihm nachschaute, da sah ich noch Boris’ Hände zusammenklatschen, als ob er mir applaudieren wollte, wollte er nicht, er wollte den föcking Båll aufhalten, aber die Hände kamen ein klitzekleines Momentchen zu spät.

Schmerzen hatte ich keine gespürt, aber so schön, wie alle sagen, dass es sein würde, so schön war’s gar nicht. Im Gegenteil, ich musste mich entschuldigen, das Team schenkte eine Runde Spott und Hohn Jahrgang 2007 aus, abklatschen wollte ich mit dem Torhüter, obschon der mir wohl lieber das Kinn auf Sollbruchstellen hin untersucht hätte.

Auf die mehrmals gestellte, äusserst blöde Frage, was ich da gemacht hätte, gebe ich nun ein für allemal Antwort: „Krassischmir Balamkopv!“ Dass Marias Kinderl durch Jungfrauengeburt das Licht der Welt erblickt, glaubten ihr alle (Josef wurde dafür selig gesprochen), aber dass ich ohne Training und ohne Erfahrung und ohne Absicht ein Kopftor erziele, das glaubt mir keiner, dabei ist das viel einfacher als zu gebären, ohne vorher eines Erzeugers Datenträger empfangen zu haben. Kaum der Rede wert, dass ich keine Spitzfindigkeiten suchte, um Butchens Rücktrittsklausel juristisch auszudehnen. „Schande über mich!“ dachte ich und wollte meinen Fehler mit grösserem Einsatz gutmachen.

Doch da erbarmte sich Schwäsi, zückte mitleidig den pädagogischen Pfeil aus dem Köcher und machte vor, wie man den Ball mit dem Kopf ins richtige Tor donnert. Der Goalie war ohne Chance, wir konnten wieder von vorne beginnen.

Abbildung 1

Von Tokio über den Hardhof nach Rio de Janeiro
Wir „drückten“ weiter, erspielten uns die eine oder andere sehr gute Chance, nutzten sie aber nicht. Ein Angriff soll dabei stellvertretend erwähnt werden: mindestens ein Drittel von Grêmio war involviert, Pass, freilaufen, Pass, freilaufen, der Ballhersteller kündigte ob dieser Belastung die Garantie, die Ex-Hürlimannen standen paralysiert wie Teenies vor einem Hotel in Tokio, aus dem Kill „The Trashy Tranny“ Bill heraustrümelt, staunten Bauklötze und erlitten schliesslich ein Delirium tremens, das sich gewaschen hatte. Nach dieser herrlichen und begeisternden Vorbereitung (sprich: Lähmung des Gegners) wurde der Torschuss gewagt und gewaltig versiebt! Jeder Trainer hätte „Sack Zement“ gepoltert, diesen dem Fehlbaren auf den Rücken gebunden und einen Fussmarsch ins Maracanã befohlen.

Wir wunderten uns hinten immer noch über die Nonchalance der Offensive, als schon wieder ein Konter gestartet wurde. Wir zu spät, Chaos drunter und drüber, der Forrest gumpte weiter an allen vorbei, wollte aus ca. 12 Metern ins Leere Tor schiessen, wir rannten auf ihn zu, Schlumpf sauste wie ein Römer in Asterix und Obelix durch die Luft, seine Flugbahn schnitt sich leider nicht mit derjenigen des Balles. Ein unnötiges Tor, kurz im Kollektiv gepennt, und schon wieder lagen wir hinten.

Grande cinema egocentrico, parte II: un vegliardo nello zoo di Calcutta
Und so, nach Rückfrage bei Marc, der übrigens wieder einmal mit seiner Ruhe und seinem Bollwerk von rechtem Fuss überzeugte, orientierte ich mich ein wenig mehr nach vorn und fand mich Inder Offensive wieder. Nach ein, zwei halbherzigen Vorstössen meinerseits spielte ich zuversichtlich zu Silly (der mit dem Auge) und rannte mich frei, bekam den Ball zurück, rannte um einen Manzgögl umen zur Grundlinie und da, fast auf der Torlinie, nur noch den Kipper spitzwinklig vor mir, fand ich mich vor einem Wegweiser, der die Himmelsrichtungen nach Liverpool und Mailand wie ein und dieselbe aussehen lässt: ewiger Ruhm oder kurze Freundschaft? Schon wollte ich einschieben, da bemerkte ich, au backe, meinen Fehler, die Frage lautete ja: „Vergänglicher Ruhm oder ewige Freundschaft?“ Einen Augenblick zögerte ich, einmal am Sonntagnachmittag zu Beni National ins Studio, nicht schlecht, dachte: „Der Ruhm ist eine Eintagsfliege, Freundschaft aber Adwaitya, die Aldabra-Schildkröte, die im Zoo von Kalkutta im Alter von 256 Jahren verstarb!“, entschied mich also für Butch, schaute auf, sah François frei wie eine zwölfjährige, zahnspängige Cellistin in den Sechzehner preschen, legte zurück, hörte auf zu atmen und riss die Arme in die Höhe. François hatte die linke Ecke gewählt und uns kaltblütig wieder ins Rennen geschossen.

Und nun wollten wir es wissen und den Sack – dank Rückenwind - zwar nicht kaufen, dafür endlich zumachen. Dass sich darin noch eine Katze befand, bedachten wir nicht. Fauchend sprang sie aus diesem und rannte gestiefelt in unser Gebiet, driftete nach links ab und bewies indirekt, dass die Erde keine Scheibe ist: Boris rannte aus dem Kasten, an seine rechte Sechzehnergrenze, wollte den Ball spielen, der gestiefelte Kater ein wenig zu geschwind, Boris’ Tempo ein wenig zu hoch für eine Reaktion, Goalie am Gegner vorbei, Gegner schiesst einen Meter vor der Grundlinie parallel zu dieser ca. 18 Meter weit, der Ball springt vor dem Waisentor auf und hüpft fröhlich wie Pacman in einem Bonuslevel zwischen den Pfosten ins Netz.

Pause, und danach kamen die Mauren (nach 1296 Jahren)
Verdiente Pause? Nicht so Butchs Ansicht: er kümmerte sich gleich um das Organisatorische und forderte eine Saison Kreativpause für Ex-Grêmio Porto Riesbach in spe, niemand äusserste sich gegen diesen Vorschlag, es hatte wohl keiner die nötige Luft dazu. Das Wasser der Bäume war herzlich willkommen, der Schatten aus der Flasche ebenfalls. Und wir wussten, dass die Zeit nur für uns spielen würde: „jez schbilämr ächli gschiidr, lönz laufä, mir sind zwäi me, und dänn machädmr dä Sack zuä!“ Ein Satz, der Konsalik auch unter seriösen Literaturkritikern Respekt verschafft hätte.

Nach der Pause wartete der Gegner mit einem zusätzlichen Spieler auf. Unsportlich ist das, jawohl, der hatte noch keinen Meter hinter sich gebracht, stand frisch wie ne Eins aufm Rasen… Es ging hin und her, von drückender Überlegenheit des Gegners dank des neuen Spielers keine Rede. Drückend überlegen war höchstens der Klimawandel, der uns tropische Bedingungen bescherte (Herr Blatter, wann verbieten Sie endlich Spiele ab 28° Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von über 50%, der Gesundheit wegen, gell?). Und also mit diesem, dem Klimawandel, müssen wir uns auch langsam an bis anhin fremdländische Phänomene gewöhnen, könnte man meinen und sich das ganze als Fata Morgana erklären. Ich gehe eher von trickreichen Entzugserscheinungen aus, von denen uns Jonas und Butch ein kleines Schmankerl boten, als sie zweimal zu einem Freistoss gebeten wurden. Der erste trat Jonas allein, der zweite wurde mit einer Prise Überraschung gewürzt (Jonas stieg über den Ball, Butch haute drauf). Lustig war beide Male, wie die Mauer von Ex-Hürlimannen den beiden näher kam (siehe Abbildung 2). Sein oder Schein? Naja, ich verunglimpfe niemanden öffentlich (wenigstens nicht jemanden, von dessen Aufstellung ich abhängig bin). Verständlich war’s allemal, hatten sich die beiden bereits im Spiel zuvor einen saumässigen Durst zusammengepfiffen resp. –gewedelt.

Bevor Jonas meine persönliche Lehrstunde (resp. Schmach) weiterführte, schlenzte Michi den Ball nach einer sehenswerten Kombination an die Latte. Und dann eben unser CT! Als ob ich’s nicht verstanden hätte, musste auch er ein Kopftor erzielen: 3:3 nach einer herrlichen Flanke von rechts, Erleichterung und Übermut.

Und nun galt es, den Siegestreffer zu erzielen. Selbst Gianni und Marc stahlen sich bei Standardsituationen nach vorn, der Wille war da, das Auge des Mitspielers, der Wink des Schicksals oder was auch immer nicht. Und bei diesem Stand, abnehmender Spritzigkeit und Konzentration sass die Angst vor Kontern im Nacken. Dennoch oder gerade deshalb gelang es dem Gegner noch zweimal, richtig gefährlich nah ans Tor zu kommen. Beide Male rettete Boris mirakulös, sein gestreckter Fuss donnerte den Ball zu Kurt Cobain ins Nirvana. Dass sich unser Ersatzkipper über das dritte Gegentor nervte, war irgendwo verständlich, doch seine letzten Interventionen waren derart wichtig, dass er sich „Held der letzten zehn Minuten“ und „Held der letzten zehn Meter“ rühmen darf. Und: wäre Manu Lopez anwesend gewesen, hätte er kraft seiner Funktion als Kassier von Grêmio alle drei Einzahlungen des Gegners als Blüten erkannt. Keines der Tore war normal, Manu, Abwesender der Spitzenklasse.

Abbildung 2

War da nicht noch was? Ach ja… aber erst ab 18
Mit dem Schlusspfiff tätschten Butch und ein Hürlimann-Exer zusammen. Erster ein wenig zu spät für den Ball, zweiter sehr viel zu spät für die Alternativliga. In prähistorischer Manier brüllte und schimpfte er, wollte aufjucken, um unserer Nummer Zen den Arsch aufzureissen! Hat man da noch Töne??!! Nicht einfach eine kleben oder ein Gingg ans Skibein, wie unter Sportlern üblich, nein, er wollte ihm „den Arsch aufreissen“. Wohl in der Hitze des Gefechts Butch Coolidge mit Marsellus Wallace verwechselt? So was von keine Kultur, junger Mann! Item, Butch, nochmals dolle Dussel gehabt: „I’m on youtube’s top ten!“ ist bloss eine fiktive Aussage, eben noch vorbeigeschrammt an der Demütigung número uno der Grêmioklubgeschichte!



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