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logo Grande Zurigo 21.10.2017 8:33 UhrGrêmio
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Grêmio SPIELBERICHT - Ligaspiel:
Linie
Grêmio Porto Riesbach – Atletico Bernina 3:1 (2:0)

Grêmio: Göldie, Boris, François, Jonas, Schlumpf, Luki, Dominik, Schwäsi, Nik, Gian, Andi, Felix (Zuschauer), Renan, Chriglbert

Tore: Renan 1:0, Luki 2:0, Frechdachs 2:1, Renan 3:1

Herausragend: Jonas’ 90-Meterpass auf François’ Stiefel, François’ Linksflanke auf 100 kg Highspeed und Göldies Händehoch

Goeldie KickolsonFussballsumpf
Warum denn nach Italien fahren, wenn man den Fussballsumpf auch hierzulande haben kann, und dies erst noch viel konkreter? Wäre Platz elf auf dem Hardhof in diesem Zustand die letzten zwölfundneunzigtausend Trilliarden Lichtjahre lang die Welt gewesen, die „Krone der Schöpfung“ wäre an Lurche und anderes Gekreuch gegangen. Aber eben, Fussball ist entgegen gängiger Meinung nicht das Leben und der Platz nur ein begrenztes Stück drittklassigen Rasens. Die regen Regentropfen und das geschundene Fussballfeld zusammen ergaben ein Terrain, auf dem selbst verkaterte Laiendarsteller das Finale der Schlacht bei Morgarten, also die Szene, in der die Eidgenossen die eisenbekleideten Habsburger in den Sumpf trieben, wo diese elendlich versanken und einen schrecklichen Erstickungstod starben, überzeugend hätten darstellen können. Soviel zur Unterlage. Und nun zum Unterlegenen: Atletico Bernina! Ohne seinen eigentlichen Star, die Artista 730, eingetrudelt, wirkte das grünweisse Team einfallslos und nicht fähig, das Spiel zu machen. Zu wenig organisiert und zu fahrig spielte es. So hatten wir in den ersten Minuten die klar besseren Chancen, versiebten sie aber mit der Nonchalance des Favoriten. Renan, der Gerüchten zufolge durch Robinho ersetzt werden sollte, spürte die Klinge an der Gurgel und zauberte wacker drauf los. Drei, vier grosse Chancen vergab er à la Dave Dollé, bis er endlich einschob. Luki tat es ihm gleich, versiebte eine hochprozentige, nur um nachher seinen Fehlgingg mit dem 2:0 wieder gut zu machen. Unsere Mannen liefen und rannten, erkämpften sich eben verlorene Bälle, alles in allem ein ausgeglichenes Spiel, mit leichten Vorteilen für uns. Das Geschehen war, wie man es sich als Verteidiger von einem Spiel, nicht aber von einem guten Freund wünscht: konstant distanziert. Da kommt man schon mal auf andere Gedanken, z.B. fragt man sich, ob Valon Behrami dem David Hinterschinken ähnelt oder nicht, wie Simon Schenk und Sven Hotz zusammen eine Hochleistungstanzmannschaft coachen resp. managen (und wer was) würden, und auch, was man mit einem Stundenlohn von Ronaldinho anstellen würde: „Haus kaufen oder eine Runde Möt im HB ausschenken lassen?“. Ein bisschen weniger affektiert, was man nach dem Match futtern möchte. Versunken in kulinarischen Tagträumen, erkannte man

Die heisse Kartoffel, welche sich als rohes Ei herausstellte
Zu spät! Huch! Au backe, ach du grüne Neune… Nun wissen wir, wie sich Sandra Studer beim Anblick des Züngli von Lordisänger gefühlt haben muss. Kalter Schauer, knittrige Zie, Mist, zittrige Knie und feuchtwarme Hände. Was war passiert? Ein Schuss mitten auf den Mann im Kasten, direkt auf seine gut gepolsterten Hände abgefeuert und von diesen geblockt. „Na und?“, fragt sich an dieser Stelle nicht nur Alfred E. Neumann. Der Böllen, dieser heisse Herdöpfel, welcher sich als rohes Ei entpuppen würde, spritzte von den Hentschen Göldies ab un rugelte langsam und süferli über die Torlinie. Hätte jemand das Tor in voller Länge gefilmt, Ben Hur müsste glatt in die Kategorie Kurzfilm verschoben werden. Die Moral, wankelmütiges Luder, das sie ist, zog eine Schnute, die nix gutes verhiess. Natürlich spürte auch der eine aber nicht der andere Berninathlet die Sonne aufgehen:

Der eine: „Du, ich glaubs, mr sötted me schüssä, dänn gaat si scho no mal inä!“
Der andere (skeptisch): „Mäinsch wükli?“

Dieses kurze Gespräch hat unser Spionschlumpf abgefangen, der sich, um nicht wegen Gelächter aufzufliegen, wieder aufs Spiel konzentrierte.

Bloss einer flog ins Kuckucksnest
Tja, und wenn man so ein Kuckucksei hinten reinkriegt, dann schlüpft weiter vorn schon gern mal die eine oder andere Spottdrossel aus und witzelt fern jeglicher politischer Korrektheit. „Aber, aber“, werfen ornithologisch bewanderte Sittenwächter ein, „das sind gar keine Spottdrosseln, sondern bloss gemeine Stinkspatzen!“, zücken die Schrottflinte und knallen die Stinkspatzen ohne mit der Wimper zu zucken ab. Kurzen Prozess, weiter in Spiel und Bericht, ab zur Rehabilitation unseres Oberguggers: ein ausserordentlich reflexiver Reflex des reflektierten Kantonsrates bewahrte Grêmio vor dem Ausgleich, der zu diesem Zeitpunkt wohl den Match gekippt hätte. Ein fieser Kopfball, pfeilschnell, schlug den Weg zwischen Raphaels Kopf und Latte ein, wurde aber mit einem Händehoch so schnell, als hätten Ma, Joe, Jack, William und Averell Dalton synchron das Schiesseisen gezückt, verhindert. Eine Parade für die Ewigkeit! Alle schnauften auf, gratulierten dem Grêmiokipper und schauten wieder nach vorn, wo unser Einwurfsspezialist Chriglbert einen Maulwurf ausführen wollte. Der Ball landete auf dem krummen Boden und sprang von da geradewegs ins Aus – ohne Fremdeinwirkung (dabei hatte Chriglbert noch das Glück, am Morgen schwarzweiss aufgestanden zu sein, ansonsten man seine Gürpse hochrot gesehen hätte). François krallte sich die Kugel und warf sie erneut ein. Keiner motzte! So einfach ist das Leben für den Tatkräftigen, der weder zaudert noch hadert. Fussball ist eben doch die Schule fürs Leben, kleine Kinder, lasst’s euch gesagt sein!

Ballflüsterer Renan wollte auf Nummer sicher gehen und schoss nach ca. zehn weiteren Chancen noch das 3:1. Und Jonas, ja der Jonas kann’s: Er verscheuchte mit einem Wunderpass über ca. ungefähr 90 Meter eine Fliege von François rechtem Tögelischuhe, das hatte zwar keinen Einfluss auf’s Resultat, ist aber allemal der Rede wert.

Äquivalenz von Masse und Energie
Ein bisschen akademischen Glamour ins primitive Gegingge der erwachsenen Buben brachten die beiden Nobelpreisanwärter François und Dominik als sie gegen Spielende die Schönheit von Einsteins Formel E = mc2 nach modernsten pädagogischen Erkenntnissen zu präsentieren sich entschlossen. Linksfüssig schickte ersterer den Ball auf eine wunderschöne Reise richtung Tor. Da kam angebraust, in voller Grazie angedampft, durch nix aufzuhalten unsere ? 10, Butch, Walther el tren, el mágico, el matador, el irrefrenable, el imparable, el irresistible, el quintal! Noch nie wurde die Äquivalenz von Masse und Energie derart lebendig vermittelt. Da blieb selbst dem alten Kämpen David Jans die Kinnlade unten, als Dominik in die Atmosphäre eintrat und mit der Wucht des halleyschen Kometen den armen WM-Ball ins – und jetzt kommt der Hakan, 'tschuldigung, der Haken an der Geschichte – Aussennetz köpfelte. Butch lag zwar in der Luft waagrecht wie die Bratwurst neben der Rösti im Teller, doch das 4:1 resultierte daraus nicht, und Stilnoten gibt’s schon gar nich. So eine Gelegenheit ergibt sich nicht alle Wochenenden! Um genau zu sein, bloss alle 76 Jahre und 37 Tage. Somit wird sich el tren, sofern er immer noch nicht von der 16 oder einem seiner Nachkommen erlöst worden ist, im Alter von 107 Jahren und 47 Tagen nochmals am Einköppen versuchen dürfen.

Ob’s dann noch Kuckucke gibt, hängt stark von der hiesigen Politik ab. Erstens müssen endlich staatlich subventionierte Tagesnester geschaffen werden, in denen doppelmandatige Menschen (Kantonsrat und Goalie) ihre Kinderchen tagsüber und sonntags abgeben können und zweitens muss der Schweizerische Luftraum in Zukunft besser vor halbstarken Kopfballern geschützt werden, damit die Kuckucksjungen bei ihren Flugversuchen keine Federn lassen. Die Alternativliga jedenfalls macht’s vor und trägt ihren Teil zum Artenschutz bei, indem sie ein Biotop für allerlei Vögel und Nachtfalter zur Verfügung stellt… auch für den Schwalbenschwanz, immerhin Schmetterling des Jahres 2005.

# 16

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