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logo Grande Zurigo 15.12.2017 13:08 UhrGrêmio
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Grêmio Niki goes IrelandHeinrich Boeller – Irische Tagebuecher
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Trotz Blattschuessen aus den eigenen Reihen ( "Du bisch die absolut chranki Sau!" "Hebd Schnurre und gang go Bier suufe!") gibt's noch einmal Puberlapub und mindere Ochsenblasen-Prosa aus den Stammlanden von Ginn Fein. In den Hauptrollen: Calvaro II (Ralph M. Zloczower), Der Tor des Grauens (Martin Brunner),"O Animal" (Celtic-Fan, Name unbekannt) und Chipi Barijho (FCZ-Fan Edith).



Unter Atomstrom - Ralph M. Zloczower am Arsch der Hoelle
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Richmond Park, Auld Dublin City, an einem Tag in der sogenannten Fruehlingszeit. Gegeben wurde das U-19-EM-Qualifikationsspiel Irland - Schweiz. Grund genug den FCZ-Schal einzupacken und die stimmgewaltige Lozaerner Krankenschwester Brigitte zu einem Besuch in Dublins schoenster Fussball-Arena zu ueberreden. Auch der Schweizerische Fussball Verband (SFV) liess sich nicht lumpen. Unsere Maenner in Muri bei Bern hatten gleich die ganze CT-Posse einfliegen lassen und so luemmelten neben Tinu Truempler auch Yves Debonnaire und Bernard Challandes auf der Trainerbank herum. Fuer das Spesenritter-Gruppenbild mit Halsfalte fehlte einzig einer: Ralph "Ich bin auch ein Fuersprech" Zloczower. Wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautete, hatte der Ol' Dirty SFV-Presidente am Vorabend in Temple Bar die Puppen tanzen lassen und sich vollmondig auf die Verfolgung einer etwa 55-jaehrigen Polterabend-Schoenheit mit dem Namensschild "Shaved Shirley" gemacht. Vielleicht nicht ganz so romantisch wie in "Casablanca", Geruechten zufolge gleichwohl "The beginning of a beautiful friendship".

Etwa 14 Stunden spaeter nutzte Johan Vonlanthen (YB) im Richmond Park seine erste Torchance und brachte die Schweiz mit einem schoenen Schuss 0:1 in Fuehrung. Und was erblickten unsere entzuendeten Augen? Auch am anderen Ende der Tribuene hielten ein paar Fans Schals in die Hoehe um den Treffer zu feiern. Sollten sich etwa noch andere FCZ-Aficionados im Stadion befinden? Oder am Ende gar welche vom Pack? Aufgrund meiner Kurzsichtigkeit und Brigittes mangelnden Sachkenntnissen konnte erst die Halbzeitpause darueber Aufschluss geben. Wir also von der Tribuene raus auf den Vorplatz, Beine vertreten. Plötlich erblickte ich im Getuemmel ein Grueppchen mit Adler-Schals. Das "Forca Shqiperia" lag mir schon auf den Lippen, doch - Kurzsichtigkeit sei Undank - ist Adler nicht gleich Adler und Gjirokaster nicht gleich - AARGHAU!

War das die Moeglichkeit? Hatte sich der Aarau-Fanklub "Affenkasten Tequila Front" on Tour begeben? Fuer Aufklaerung sorgte die Anfuehrerin der fünfköpfigen AG-Klikke, nennen wir sie der Einfachheit halber Atomara: "Nei, nei mir sind noed vo de ATF, aber ich bin im Fall sit 10 Jahr im Faenklub Adler!". Hunderttausend Hoellenhunde! Genau das hatte ich befuerchtet. Die Frage "Bisch FCZ-Faen?" (dabei deutete sie auf meinen Schal) beantwortete ich noch mit Nachsicht. Spaetestens aber als dieses eminent edeleinfaeltige Gemuet "Sind ihr extra waege dem Schpiil uus de Schwiiz aagreist?" aus der Schnueruez presste, war es Zeit das Heil in der Flucht zu suchen. Hatte Atomara nicht bemerkt wie Brigitte alle fuenf Minuten "Johan ech wott en Foet vo der!" aufs Spielfeld geschrien und ich mich bei jedem Ballkontakt von Joel Gasche unten bei den Hoellenglocken beigepackt hatte? Wir trollten uns von dannen und liessen die Aargauer in ihren Erinnerungen schwelgen. Those were the days my friends! Maenner trugen ihre Koteletten noch auf der Oberlippe und Roebi Boeckli, Charly Herbert und Co. waren die Idole im magischen Dreieck Leibstadt-Beznau-Muehleberg.

A propos Legenden: Was passiert, wenn einer Zeit seiner Aktivkarriere ein paar hartgepumpte Baelle zuviel an den Kopf kriegt? Nicht verzagen, Martin Brunner fragen. Den jetzigen SFV-Goalietrainer trafen wir auf dem Weg zurueck zu unseren Sitzplaetzen. Da am selben Abend in Sweet Home Zurigo das Derby stattfinden sollte, wollte ich natuerlich wissen, was der langjaehrige Weichtuermler zu meiner "Findsch noed au, 19 Jahr sind gnueg!"-Theorie zu sagen hatte. Mit vielem hatte ich gerechnet, damit nicht: "Hae, hae hauptsach Blau-Wiiss, gell!", antwortete Brunner mit debilem Grinsen. Wie bitte? Aus den Tiefen welchen Raumes hatte er diese Weisheit geschuerft? In Ruecksprache mit der Lozaerner Krankenschwester war die Diagnose schnell gestellt. Wer Martin Brunner ein alles erklaerendes "Will fuck for Crack"-Stirntattoo finanzieren moechte, soll auf folgendes Spendenkonto einzahlen: Ulster-Bank 89789693-30; Vermerk "De chasch rauche"

Achtung: In diesem Paragraphen folgt ein geschichtlicher Exkurs ueber die Bedeutung Martin Brunners in der Klubgeschichte Gremios (fuer Nicht-Gremistas wohl nur bedingt interessant). Die sich in Windeseile verbreitende Kunde von Martin Brunners Niedergang traf insbesondere unseren Vorzeigedemokraten und Torsteher Raffi Golta hart. Schliesslich ist MB indirekt verantwortlich fuer Raffis Sternstunde und den ersten Prawda-Cup-Sieg in der Geschichte von Traktor Zuerisee (dem Kleinfeld-Vorgaenger-Team von Gremio). 1998 war's als Herr Golta an besagtem Hardcore-Turnier am Rorschacherberg mit seinen unkontrollierten "I cum from Brooklyn!"-Schreien und wegweisenden Paraden fuer Furore sorgte. Seine Reflexe trugen ihm Respekt von allen Seiten ein und die Ulmer Punks "Die Dildos" - 5 Liter Rotwein morgens um 10 sind echt nicht uebertrieben! - liessen uns Goldie gar unter der Dusche mit "Lo-li-ta Matthaeus"-Sprechchoeren hochleben. Wunder geschehen, das nachmalige Ausbleiben derselben, verleitete boese Zungen dazu den Erfolg an Raffis Goaliehaendsche festzumachen. Das magische Fingerkleid, das unser Keeper zum einmaligen Gebrauch erstanden hatte, gehoerte frueher MB. Bitter fuer Raffi und Gremio: Da der jetzige Besitzer die Handschuhe nicht mehr rausruecken will, werden wir in der Alternativliga wohl ewig unter Wert klassiert bleiben.

Das Spiel zwischen Irland und der Schweiz endete uebrigens vier Tore und zwei Platzverweise spaeter (Tinu lehr den Jungs mal Mores!) 3:2 fuer die "Boys in Green". Doch damit war unser Fussballhunger nicht gestillt. Verstaerkt um einen weiteren Lozaerner brachen wir auf um uns das Uefacup-Finalspiel zwischen Celtic und Porto in Dublins groesstem Celts-Pub anzusehen.



Celtic - Porto: Von Menschen und Tieren
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Ueber 50'000 Celts-Fans waren nach Sevilla gereist um ihre Bhoys zu unterstuetzen - leider auch die Hardcore-Fraktion aus Dublin. Im Vergleich zum Old-Firm-Derby (Hyperlink) war die Stimmung im Frazer's daher eher mau. Statt bierbauechigen Die-Hard-Celts bestimmte Paddie Normalo die Szenerie. Allerdings nicht vollumfaenglich: Vor uns sass eine schrecklich nette Celtic-Familie, deren Anblick GC-Family-Man Georges Perego wohl ein sehr bluemerantes Gefuehl in der Lendengegend beschert haette. Vater, Mutter und Sohn waren von Kopf bis Fuss in Gruen-weiss gekleidet. Muessig zu sagen, dass jedes Familienmitglied auch noch ein Stofftier - Kuh, Huendchen, Loewe - in den Klubfarben als Gluecksbringer mitgebracht hatte. Die absolute Haerte war allerdings der Scheffe hinter uns. Er schien sich zum Ziel gesetzt haben seine in Sevilla weilenden Kollegen wuerdig zu vertreten und fluchte - nun vielleicht nicht fuer 200 - aber doch mindestens fuer fuenf. Gerade als Brigitte ihrem Wunsch nach einem Liebesgeflüster-Seminar bei Meister Trashtalk Ausdruck verleihen wollte, ging Porto durch Derlei 1:0 in Fuehrung (45.). Die Stimmung sank rapide und unser Mann im roten Drehbereich spritzte erst einmal kräftig Gift (" I'll take a shotgun to this cunt and then i'll make a mince pie outta his arsehole!) und danach zur Frustbewaeltigung kraeftig Guinness in seine Ventile. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff sollte die Leidenszeit ein Ende haben: Celtic-Topskorer Henrik Larsson, fast so braungebrannt wie Heriberts Liebling Martin Dahlin, schraubte sich im Porto-Strafraum in die Hoehe und koepfelte zum Ausgleich ein. Kaum hatte ich meine Bierglas im Jubel in die Hoehe gestemmt, detonierte eine Bombe auf meinem Ruecken. Die Druckwelle riss mich fast zu Boden und meine Brille waere mit Sicherheit zertrampelt worden, haette Brigitte sie nicht mit einem Hechtsprung in Sicherheit gebracht. Was war geschehen? Gemaess Augenzeugenberichten hatte sich Meister Trashtalk im freien Fall auf meinen Ruecken gestuerzt, ehe er sich im Freudentaumel dem naechstbesten Celtic-Fan in die Arme warf. Was folgte, war eindruecklich: Waehrend ich meinen Schrecken ertraenkte, stimmten die Fans die Ode an Henrik-Larsson ("You make me happy when skies are grey") an und sangen sie minutenlang durch. Unterbrochen wurden die Gesaenge einzig durch Jubelorgien bei jeder Zeitlupen-Wiederholung des Ausgleichtreffers. Nachdem sich das Wechselbad der Gefuehle - 1:2, 2:2 - innert dreier Minuten wiederholt hatte, mussten wir uns aufgrund eines Geburtstagsfestes leider auf den Weg machen. Wie "O Animal" auf Portos "Silver Goal" reagierte und wie er seine Shotgun durch den portugiesischen Zoll geschmuggelt hat, entzieht sich leider der Kenntnis des Chronisten. Fakt ist: Derlei lebt!



Ob Cipi oder Chipi- die ganze Welt ist Briegel
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Der Juli kam und damit auch der herbeigesehnte Dubliner Auftritt der "Walz aus der Pfalz" und des "Maradona of Balkans". Die irischen Fans hatten sich ob solch zugkraeftiger Namen natürlich nicht zweimal bitten lassen und so waren bereits im Vorverkauf alle Tickets für das Spiel gegen Albanien abgesetzt worden. Dem dicksten Schwarzmarkthaendler von ganz Dublin sei Dank, fand sich auch fuer uns ein Platz im altehrwuerdigen Lansdowne-Road-Stadion - leider nicht wie gewuenscht im albanischen Block sondern mitten in der irischen Fankurve. Was dort abging, war reichlich bizarr: Im Gegensatz zu den Shqipetaren, die sich auf ein monotones "Schqipri, Schqipri" verstaendigten, fehlte bei den Iren jegliche Koordination. Auf engstem Raum waren zeitgleich vier verschiedene Sprechchoere zu hoeren. Die Auswahl reichte von "Brian Kerr's Green Army", über "All you need is Duff", "Come on you Boys in Green" bis zum rassistischen "You're going home in a Trailer", das abgesehen von den Ultras der Shamrock Rovers jedoch niemand mitsang. Einigkeit herrschte in der Kurve erst, als sich in der Pause eine Saengerin mit der Ausstrahlung einer Badezimmerkachel und einem Diminutiv an Stimmchen anschickte den Thin Lizzy-Klassiker "The Boys are back in town" zu intonieren. Um auf der Celtic-Erfolgswelle mitzureiten, hatte sie den Titel - Achtung Wortspiel - in "The Bhoys are back in town" abgeaendert. Die vielstimmige Quittung fuer soviel Originalitaet erfolgte von den Raengen: Die "Who the fuck are you"-Sprechchoere uebertoenten teilweise den Soundbrei der hochnotpeinlichen Band auf dem Rasen.

Insgesamt war der Support des irischen Anhangs jedoch dem Spiel seiner Mannschaft angemessen. Und das war maessig. Dass die "Boys in Green" den Platz als 2:1-Sieger verliessen, hatten sie weniger fussballerischem Verdienst zu verdanken als vielmehr ihrem nie erlahmenden Kampfgeist und viel viel Glueck. Bei den Albanern ragte neben Seitenlinien-Veitstaenzer Albano Briegel, vor allem einer heraus: Verteidiger Geri Cipi. Langsam wie einst Rasheed Yekini gelang es ihm Robbie "Keano" Keanes Schussversuche mehrmals im allerletzten Moment mit wunderschoenen Tacklings abzublocken. A propos Cipi: Sein Fast-Namensvetter Chipi Barijho war indirekt für ein weiteres Highlight des Fruehjahrs besorgt. Der ehemalige GC-Stuermer wurde kurze Zeit als moeglicher Neuzugang beim FCZ gehandelt. Grund genug für Hardcore-Fan Edith im einen FCZ-Fanforum (für die Kenner: Donde las Memmen) verbale Hiebe mit dem Zweihaender auszuteilen. O-Ton:"Ich finde der passt absolut nicht zum FCZ. Ich habe mal die ganze Familie im Letzipark getroffen, alle sehen gleich aus und es war ein richtiges Caos. Die Kinder schreiten die Mutter schreite und natürlich am lautesten war der Vater. Auch stört mich wie er sich auf dem Feld benimmt. Ich bin der Grösste, und alle andern sind nichts. Nein ehrlich lieber nicht."

Kultur-Tipp: Am 8. August wird uns Edith in der Flachpass-Bar die Reihe "Fussball-Experten: Kommentare des Grauens" mit einem verbalen Infight gegen Heribert Fassbender eroeffnen. Zu erwarten sind Theorien zu der Unterschiedlichkeit der Rassen, lecker Tuerkiye, Tuerkiye-Gesaenge und ein Auftritt von Paede "The Great One" Washington als Ediths ganz persoenliche Anspielstation.

In diesem Sinn und Geist: Man sieht sich im Letzigrund! Slainte und Tschuess allerseits aus Grande Dublino!

Heinrich Boeller
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